Kategorie-Archiv: Faculty Development

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RMLE Unconference Review

As this is part of the documentation of the Unconference and will be shared among the mainly English-speaking conference participants, this review will be in English.

The Research on Management Learning and Education (RMLE) Unconference took place at the Copenhagen Business School from June 30 until July 1, 2014. About 50 participants from 10 countries took part. The RMLE unconference is an initiative from a small group of researchers, above all Amy L. Kenworthy from Bond University in Australia where the first unconference on this topic had taken place last year.

The format of an unconference is similar to an open space; however, the topics and groups were pre-structured based on proposals so that everybody had a starting point within the unconference. Unlike other conferences, every participant of the conference had contributed an abstract with questions, ideas, concerns (QIC) which was circulated among all participants beforehand. Instead of writing a paper or abstract on ‘finished’ research, the mission of the conference was rather to think about new research ideas or directions that research could take in the future. The conference started with a brief introduction to the unconference (above all ‘the rule of two feet’ – meaning that you are allowed to leave your group and take up a different topic at any time). The different sessions started immediately and were each ended with 2-minute presentations from each group in a plenary with all participants. In alignment with the scope of the conference, participants needed a few sessions to get into the groove of the conference and to find their common ground. For instance, I started out with a group talking about a very broad variety of topics:

  • the purpose of the business school,
  • the gap between what universities claim with regard to teaching and the way how teaching is valued,
  • students’ expectations from their education at business schools and
  • the goals we want to achieve with management education.

The scope of our discussions remained necessarily rather abstract and broad. However, with every summary the topics of interest became clearer such that new groups emerged.

At the end of the first day, I had an intense discussion about the need for research on assessment. In the group, it became clear that individual assessment methods targeted at grading students and giving feedback to them can be distinct from assessment with the purpose of evaluating study programmes (as in the logic of accreditation procedures such as AACSB with its assurance of learning process). The two levels can be combined if individual assessment methods (such as essays or multi-choice questions) provide the basis for programme-level assessment but this is not necessary the case.

Finally, on the second day, I joined a group on faculty development which will now start research on the state-of-the art of faculty development in different countries. Additionally, we generated research ideas with regard to faculty evaluations and on how to introduce different educational discussions (e.g. about conceptions of teaching) into the community of management educators.

The unconference provides an unusual format that helps to surpass the usual boundaries of our research. It remains to be seen whether we are successful to bring the energy and enthusiasm on the ground and to enhance further research on management education. For now, it was fun to be part of the unconference – thanks to the organizers at CBS and around the world!

 

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Besuch der ICED 2014 in Stockholm

Wie im Beitrag von Taiga Brahm bereits erwähnt, stellt dieser Blogpost meine eigenen Eindrücke und Erfahrungen im Rahmen meiner Posterpräsentation (Poster_ICED 2014) bei der ICED in Stockholm am 17. Juni 2014 in den Vordergrund.

Ein paar Worte zum Setting der Posterpräsentationen vorab: Leider etwas ungünstig gewählt war, dass die Poster parallel zu über zwanzig weiteren Vorträgen und Workshops an nicht sehr exponierten Orten präsentiert wurden. Der inhaltliche und persönliche Zugewinn zahlreicher informeller Zwiegespräche bei einer Postermesse gingen so nahezu verloren. Die Teilnehmenden der Posterpräsentationen waren hauptsächlich die Inhaber der anderen Poster im Zeitfenster, was zum Nachteil hatte, dass ein Gros der Teilnehmenden hauptsächlich wegen ihrer eigenen Präsentation und weniger aus Interesse an anderen Posterinhalten zugegen waren. Bei der Postersession wurden jeweils 13 Poster in einem 5minütigen Kurzvortrag präsentiert. Fragen und Diskussionen sollten in dieser Zeit bereits beinhaltet sein.

Mein Poster (alle Poster werden zu einem späteren Zeitpunkt auch auf der Homepage der ICED veröffentlicht) verschafft einen Überblick über die mit unserem neuen Faculty Development verknüpfte Forschungsarbeit im Rahmen meiner Dissertation. Die Entwicklung von lehrbezogenen Einstellungen – zusätzlich zur Frage der didaktischen Gestaltung der Lehre, die häufig das alleinige Ziel hochschuldidaktischer Angebote darstellt – stehen im Zentrum meiner Forschung. Insgesamt wird das Ziel verfolgt, ein ganzheitliches Faculty Development zu schaffen, indem die individuelle Ebene (z. B. die lehrbezogenen Einstellungen der Lehrenden), die pädagogisch-interaktionale (z. B. der Methodenreichtum einer Lehrperson) und auch die organisationale Ebene (z. B. die Schafffung einer unterstützenden physischen Lernumgebung) angesprochen werden. Die Möglichkeit der Adressierung lehrbezogener Einstellungen mittels hochschuldidaktischer Angebote wurde bereits in früheren Blogbeiträgen aufgenommen. Eine höhere Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der hochschuldidaktischen Aus- und Weiterbildung stellt das langfristige Bestreben der Konzeptentwicklung dar.

Um die lehrbezogenen Einstellungen erheben zu können, werden Metaphern eingesetzt. Hierbei sind die Teilnehmenden am Zertifikatsprogramm gefordert, einen bildhaften Vergleich für ihre Lehre bzw. ein Idealbild der Lehre zu finden. Mit Hilfe des Metaphernvergleichs wird versucht, vertiefte Erkenntnisse zu impliziten Einstellungen zu erhalten und diese Bilder gleichzeitig als Reflexionsvehikel sowie als Diskussionsgrundlage verwenden zu können.

Trotz der nicht ganz glücklich organisierten Posterpräsentation konnten einige interessante Hinweise und Anregungen aufgenommen werden. Insbesondere wertvoll erschienen Verweise auf ähnliche Erhebungsmethoden für implizite lehrbezogene Einstellungen: u. a. von Björn Kiehne aus Berlin, der in seiner kürzlich eingereichten Dissertation lehrbezogene Einstellungen mittels dem Malen von Bildern erhoben hat. Auf den geplanten Austausch bin ich sehr gespannt!

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Dozierendentagung an der HSG

Letzte Woche fand die erste Dozierendentagung der HSG statt. Auf Initiative des Mittelbaus wurde ein Format gesucht, an dem sich alle Dozierende der Universität, d.h. Professoren/-innen, Nachwuchslehrende und Lehrbeauftragte über strategisch relevante Themen austauschen können. Thema der ersten Dozierendentagung war die „Zukunft der Lehre an der HSG“ und so lag es nahe, dass ich die Konzeption und Organisation übernommen habe.

Nach einer Begrüssung durch die Prorektorin, Prof. Ulrike Landfester, hat Prof. Dieter Euler dann die vergangenen lehrbezogenen Veränderungsinitiativen seit der Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge Revue passieren lassen und die treffende Frage gestellt, welche Art von lehrbezogenen Innovationen wir uns zukünftig an der HSG wünschen. Dabei unterschied er in Analogie zum VW Golf, dass wir nur den „Lack“ oder die Motorisierung verändern oder auf ein gänzlich anderes Transportmittel umsteigen könnten. Mit diesem Bild im Kopf teilten sich die Teilnehmenden auf drei Workshop auf:

  1. Rethinking Business Education (Jörg Metelmann): zur Vorstellung eines Projekts zur Integration von Geistes- und Sozialwissenschaften in das Kern-Curriculum
  2. Intensive Teaching and Learning (Tobias Jenert & Dieter Euler): Workshop zur Zukunft von lehrbezogenen Innovationsprojekten an der HSG
  3. Faculty Development (Marion Lehner & Taiga Brahm): Vorstellung des Konzepts und Reflexion der Lehrkonzeption der Teilnehmenden.

dozierendentagungIm Workshop zu Faculty Development haben Marion Lehner und ich die Gelegenheit genutzt, unser neues Konzept zum lehrbezogenen Faculty Development  den Angehörigen der Universität zu präsentieren. In einem zweiten Teil wurden die lehrbezogenen Wahrnehmungen der Anwesenden reflektiert, indem wir verschiedene Metaphern der Teilnehmenden zum Lehren gegenübergestellt und diskutiert haben. Dies ergab ein buntes Bild von Metaphern wie dem Entertainer, dem Gärtner, dem Sportcoach, dem Dirigent…

Besonders hervorzuheben ist, dass 75 Dozierende, darunter auch viele Professoren/-innen, fast alle Vertreter des amtierenden Rektorats sowie eine Reihe von Studierenden bei der Tagung anwesend waren und so die Reflexion der eigenen Lehrtätigkeit auf Anklang gestossen ist. Dies wurde auch von den Studierenden entsprechend wahrgenommen (siehe im Beitrag in der Studierendenzeitung Prisma). Wir freuen uns, dass angestrebt wird, die Dozierendentagung auch im nächsten Jahr durchzuführen!

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Rückblick auf den Workshop mit Angelika Thielsch von der Universität Göttingen zum Thema Faculty Development am 29.04.2014 an der Universität St. Gallen

Im Herbstsemester 2014 wird das Zertifikatsprogramm (CAS Hochschuldidaktik) neu aufgesetzt. Das Konzept hierfür steht grundsätzlich und wurde bereits innerhalb der Universität St. Gallen und auf der DGHD-Tagung vorgestellt. Im Moment arbeiten wir an der Feinjustierung der einzelnen Instrumente sowie an der Sicherung der Kohärenz innerhalb des Programms.

Insbesondere die Feinplanung der informellen Lernarrangements im Zertifikatsprogramm stellt eine hohe Herausforderung dar. Die neu aufgenommene Mentoring-Beziehung zwischen einem/-r Zertifikatsteilnehmenden und einem erfahrenen Lehrenden soll sinnvolle Austauschanlässe innerhalb der dreisemestrigen Ausbildung beinhalten. Diese Anlässe sollen die Teilnehmenden in ihrer Anzahl und Intensität nicht überfordern, jedoch so häufig angesetzt sein, dass die Beziehungsarbeit ermöglicht wird. Diese Herausforderungen bearbeiteten wir Ende April 2014 zusammen mit der pädagogischen Expertin der Universität Göttingen, Angelika Thielsch. Da in Göttingen seit einigen Jahren das Programm Hetairos sehr erfolgreich durchgeführt wird, konnten wir den Erfahrungsschatz von Angelika Thielsch nutzen und uns intensiv über unsere Umsetzungsplanung des Mentoringkonzepts austauschen. Hetairos ist ein innovatives hochschuldidaktisches Entwicklungsinstrument, das ProfessorInnen und Doktoranden im Team Teaching-Gespann voneinander profitieren lässt. Im Workshop entstand ein konkreter Prozessplan für die Durchführung des Mentoring in unserem erweiterten Zertifikatsprogramm.

Die wichtigsten Fragen im Workshop waren für uns:

  • Zu welchen Zeitpunkten innerhalb der drei Semester des Zertifikatsprogramms sind Treffen von Mentor/-in und Mentee nötig?
  • Wann im Prozess bedarf es einer Unterstützung informeller Lernarrangements seitens pädagogischer Experten/-innen und wann ist dies ggf. sogar kontraproduktiv?
  • Wie kann die Kohärenz gewahrt werden zwischen den vielfältigen Instrumenten des Zertifikatsprogramms (Mentoring, Peer-Hospitation, Experten-Hospitation, Beratung durch pädagogische Experten, formelles Kursangebot, Lehrprojekt, Abschlussarbeit)?
  • Wie lassen sich Lehrauffassungen in allen Lerngelegenheiten angemessen adressieren?

Dies sind nun Aufgaben, die uns in den nächsten Monaten bis zum Start des neuen Zertifikatsprogramms intensiv beschäftigen werden. Wir danken hiermit nochmals ganz herzlich Angelika Thielsch für den sehr intensiven und gewinnbringenden Austausch zum Faculty Development und den auch persönlich sehr bereichernden Besuch an unserem Institut!

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Konferenzbeitrag zum Faculty Development auf der DGHD 2014

Im Rahmen der DGHD 2014 in Braunschweig habe ich den Konzeptentwicklungsprozess für unser Faculty Development an der Universität St. Gallen vorstellt. Im Laufe der letzten sechs Monate haben wir  in einem iterativen und kooperativen Prozess ein Konzept für ein ganzheitliches Faculty Development  entwickelt, das nun zur Umsetzung bereitsteht. Das Faculty Development an der Universität St. Gallen umfasst eine Auswahl an Instrumenten wie beispielsweise das Talent Management, das hochschuldidaktische Zertifikatsprogramm sowie die Dozierendentagung , die am 30. April 2014 erstmals durchgeführt wird.

Die Entwicklung des Konzepts erfolgte theoriebasiert. Nachdem die Vision der angestrebten Lehrpraxis an der Universität St. Gallen unter Einbezug verschiedener Stakeholdern innerhalb der Universität ausgelotet werden konnte, wurde ein Lehrkompetenzmodell entwickelt.

Im gemeinsamen Slot auf der DGHD präsentierte auch die Hochschuldidaktik der Universität Zürich ein neu entwickeltes Lehrkompetenzmodell, auf das auch sie im Weiteren die Entwicklung von Instrumenten zur Lehrkompetenzentwicklung ihrer Dozierenden stützen werden. Diese Präsentation gab eine gute Anregung zu einem zukünftigen Austausch unserer Universitäten zum Thema Lehrkompetenzmodell. Angelika Thielsch von der Hochschuldidaktik der Universität Göttingen ergänzte unsere Präsentation ebenfalls sehr gut, da sie das Team-Teaching Programm der Universität Göttingen thematisierte, das seit einigen Jahren sehr erfolgreich angeboten wird.

Da unser erweitertes Konzept für das Faculty Development sowohl mit einem neu entwickelten Lehrkompetenzmodell ausgestattet ist und auch auf der Ebene des hochschuldidaktischen Zertifikatsprogramms ähnliche Ansätze verfolgt wie das Team-Teaching-Programm der Universität Göttingen, fühlten wir uns in unserem Slot auf der DGHD sehr gut aufgehoben und freuen uns auf den (weiteren) Ideenaustausch mit beiden Institutionen.

 

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Rückblick auf den Besuch an der Zeppelin-Universität

Im Februar 2014 war ich an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen zu Besuch. Zweck des Besuchs war der Austausch zwischen dem dortigen Lehrstuhl für Hochschuldidaktik und unserem Team für Hochschulentwicklung mit dem Ziel, gemeinsamen thematische Interessen zu identifizieren und zu vertiefen. Zunächst nochmals herzlichen Dank an Dr. Sandra Hofhues und Prof. Dr. Gabi Reinmann für die freundliche Aufnahme vor Ort und die Organisation des Besuchs.

Rückblickend lassen sich drei Themenstränge identifizieren, die in den Gesprächen mit verschiedenen Vertretern/-innen der ZU immer wieder aufkamen. An dieser Stelle möchte ich nicht nur die thematische Diskussion zusammenfassen, sondern auch den Bezug zu unserer eigenen Arbeit im Team Hochschulentwicklung herstellen.

1. Wie muss die Hochschulentwicklung an einer Universität verankert werden, um die Qualität der Lehre verbessern zu können?

Der Lehrstuhl für Hochschuldidaktik wurde im vergangenen Herbst an der ZU eingerichtet. Immer wieder kam nicht nur deswegen die Frage auf, wie sich Hochschulentwicklung und Hochschuldidaktik innerhalb einer Hochschule positionieren müssen, damit sie wirksame Veränderungen im Hinblick auf die Lehre erreichen können. Im Vergleich zu vielen anderen deutschen Hochschulen ist der Lehrstuhl für Hochschuldidaktik strategisch sehr hoch aufgehängt, da Gabi Reinmann in Personalunion gleichzeitig Vizepräsidentin für Lehre und Didaktik an der ZU  ist. Unsere Situation in St. Gallen ist einerseits ählich, da Dieter Euler als Delegierter des Rektorats für Qualitätsentwicklung ebenfalls eng mit der Hochschulleitung zusammenarbeitet. Andererseits ist unsere Situation aber auch deutlich anders, da das Team Hochschulentwicklung in das Institut für Wirtschaftspädagogik eingegliedert ist und sich unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten nicht nur auf den Kontext der Hochschule, sondern auch auf Schulen und Betriebe beziehen.

2. Wie kann Studienprogrammentwicklung an einer Hochschule gestaltet werden?

Bereits in einem Beitrag in der ZfHE im Jahr 2010 stellten Tobias Jenert und ich fest, dass Programmverantwortliche i.d.R. im so genannten „Third Space“ (z. B. Whitchurch, 2008, 2010) agieren, d.h. eine Mittlerfunktion zwischen der Akademia und der Administration an einer Hochschule wahrnehmen. Auch an der ZU ist diese Position sehr deutlich spürbar. Ähnlich wie an der Universität St. Gallen wird die Rolle der Verantwortlichen für ein Studienprogramm (an der ZU Programmdirektoren genannt) von einer speziell mit dieser Aufgabe betrauten Person ausgefüllt, was zu einer hohen Professionalisierung des Programmmanagements führt. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie die strategische Weiterentwicklung des Studiengangs dauerhaft vorangetrieben werden kann. Besonders bedeutsam erscheint an beiden Institutionen eine enge Verbindung und häufige Kommunikation mit den Lehrenden und Lernenden im Studiengang.

3. Wie kann man Angebote für die Zielgruppe der (Nachwuchs-)Lehrenden gestalten?

Sowohl für die ZU als auch für die HSG besteht die Herausforderung, im Rahmen des lehrbezogenen Faculty Development ansprechende Angebote für die Zielgruppe der (Nachwuchs-)Lehrenden zu entwickeln. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit diese Angebote immer zielgruppenorientiert sein müssen oder ob es für die Weiterentwicklung der Zielgruppen nicht zielführender wäre, hier auch einmal aus dem Gewohnten auszubrechen. Anschliessend daran ist zu diskutieren, wie viel Verpflichtung man eigentlich für die Qualität(sentwicklung) der Lehre erreichen kann. Dabei ist in den Diskussionen immer wieder aufgefallen, dass verschiedene Ansprüche an die Studierenden getragen werden (z. B. Interdisziplinarität, Eigenverantwortung), die aber von den Lehrenden nicht oder nur teilweise gelebt werden.

Diese (und weitere) Felder werden uns im Team Hochschulentwicklung in der Zukunft sicherlich weiterhin beschäftigen. Wir freuen uns auf den Austausch und das gemeinsame Weiterdenken mit der ZU!

Faculty Development: Für wen und wozu?

Die Frage in der Überschrift erscheint auf den ersten Blick natürlich reichlich einfältig. Faculty Development (FD) im Rahmen der pädagogischen Hochschulentwicklung zielt darauf, Lehrende zu „guter Lehre“ zu befähigen. Das Team Hochschulentwicklung – allen voran Marion Lehner und Taiga Brahm – sind in diesem Zusammenhang dabei, eine Neukonzeption für das FD an der Universität St.Gallen zu entwickeln. Auf dem Weg von einem hochschuldidaktischen Ausbildungsprogramm zu einem umfassenden lehrorientierten FD geht es unter anderem darum, die persönliche Entwicklung der Lehrenden stärker in den Mittelpunkt zu stellen und gegenüber den inhaltlichen Elementen (im Wesentlichen traditioneller Weiterbildung in Form von Präsenzkursen) zu stärken. Ein persönliches Lehrprojekt wird dazu ebenso beitragen wie verstärkte Mentoring-Elemente und eine bessere Verzahnung mit den Studienprogrammen. So wird das FD durch die Einbindung etablierter Professoren als Mentoren/-innen einerseits eine bessere Verknüpfug zur akademischen Karriereentwicklung erfahren. Andererseits sollen die Programmleitenden aktiv bei der Entwicklung und Umsetzung von Ideen für die Lehrprojekte eingebunden werden.

Vergangene Woche wurde dieses Konzept einem grösseren Kreis interessierter Personen, insbesondere aus den Services sowie Vertretern/-innen des Mittelbaus, vorgestellt. Die umfassenden und wertvollen Rückmeldungen in diesem Kreis boten Anlass, einige grundsätzliche Fragen zu überdenken, die vielleicht nicht nur für unser Projekt, sondern für pädagogische Hochschulentwickler/-innen bzw. Hochschuldidaktiker/-innen allgemein interessant sein könnten. Zunächst wurden folgende Herausforderungen deutlich:

  • Zahlreiche Themen, die für die Lehrqualität ausserordentlich relevant sind, liegen nicht oder nur teilweise in unserem Blickfeld. Beispiele sind hier etwa Fragen der psychischen Belastbarkeit von Lehrenden und Studierenden, Herausforderungen im Rahmen der akademischen Karriereentwicklung, oder die inhaltlich/thematische Weiterentwicklung Nachwuchslehrender.
  • Viele Lehrende sind – zumindest an unserer Hochschule – sowohl für die Hochschulentwicklung als auch für die Servicestellen schwer zu erreichen. Dies gilt insbesondere für externe Lehrbeauftragte. Hier kann die Lehrqualität allein schon dadurch beeinträchtigt werden, dass zentrale Prozesse nicht bekannt oder die eigene Programmzugehörigkeit nicht klar ist.
  • Obwohl unsere Universität vergleichsweise klein und thematisch konzentriert ist, gibt es doch wesentliche Unterschiede in der Lehrorganisation der Schools (Fakultäten). Die disziplinäre Zuordnung der Lehrenden spielt also auch bei uns eine wichtige Rolle, da sich etablierte Lehrpraktiken und Lernkulturen selbst zwischen so verwandten Fächern wie Betriebs- und Volkswirtschaft doch wesentlich unterscheiden können.

Diese Erkenntnisse sind jetzt nicht besonders überraschend, sie werfen für die Gestaltung des FD aber doch ganz zentrale Fragen auf: Sollen wir uns auch um Fragen der Lehrorganisation an unserer Hochschule kümmern, wo es uns doch eigentlich darum geht, „gute Lehrende“ aus pädagogisch-didaktischer Sicht zu fördern? Anders ausgedrückt: Wollen und können wir „gute Lehre“ für sich selbst genommen fördern, oder geht es darum, gutes Lehren an der Universität St.Gallen zu unterstützen?  Darüber kann man sich schon etwas länger den Kopf zerbrechen, denn die Antwort ist nicht so eindeutig: Natürlich erheben wir aus pädagogisch-didaktischer Sicht den Anspruch, grundlegende Handlungskompetenzen für die Hochschullehre zu fördern. Die Absolvierenden unseres FD-Programms sollen auch an anderen Hochschulen gute Lehre betreiben können. Auf der anderen Seite vertreten wir als Hochschulentwickler/-innen aber auch den Anspruch, die Lehre an unserer Universität beständig weiter zu entwickeln. Und um über das FD möglichst unmittelbare Wirkung auf das Lehrhandeln der Dozierenden zu erzielen, ist eben eine sehr enge Verknüpfung mit den spezifischen Gegebenheiten an unserer Universtität ganz entscheidend.

Unser konkretes Fazit: Wir werden bei der Gestaltung des Faculty Development verstärkt darum bemüht sein, Kolleg/-innen aus anderen Bereichen der Universität (z.B. Beratungsstellen, Forschungs- und Karriereförderung, Lehradministration, Fakultäten) an geeigneten Stellen in das FD einzubinden.