PortraitStreamer

Zwei Projekte – eine Herausforderung: Education for sustainable development an der Universität St.Gallen

 SD WordCloud

Die abgebildete Word-Cloud wird in diesem Beitrag dazu genutzt werden, zwei Projekte der Hochschulentwicklung vorzustellen, die die Zieldimension „Education for sustainable development“ teilen, die als aktuelle gesellschaftliche Leitidee in allen Bildungsbereichen diskutiert wird. In der Word-Cloud selbst ist die Begriffshäufigkeit der beiden Projektanträge visualisiert.

Die Lehre an einer Wirtschafts-Hochschule, in der diese beiden Projekte realisiert werden, erhält besondere Aufmerksamkeit, da die Anforderungen der wirtschaftlichen Praxis im Interesse einer globalisierten Gesellschaft verantwortungsvolle Führungskräfte verlangt.

In ihren Leitsätzen zur Verantwortung und Nachhaltigkeit bekennt sich die Universität St. Gallen zu der „Aufgabe, zur Bewältigung der Herausforderungen von Verantwortung & Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft beizutragen und deren Anforderung in alle unsere Aktivitäten zu integrieren“ und sind so unmittelbarer institutioneller Bezugspunkt für die vorgestellten Projekte.

1.)  Worin besteht die „Entwicklung“?

In beiden Projekten wird jeweils ein geeigneter Rahmen entwickelt, innerhalb dessen Kompetenzerwerb hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung ermöglicht wird.

Im ersten Projekt, geleitet von Frau Prof. Dr. Taiga Brahm, wird das bestehende BWL-Curriculum des Bachelors BWL der Universität St. Gallen dahingehend weiterentwickelt, dass Studierende eine Kompetenz hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung erwerben können. Im Gegensatz zu vielen existierenden Bildungsangeboten, die eine komplette Lehrveranstaltung dem Thema „Sustainable Development“ widmen, ist das Ziel dieses Projekts, Kompetenzerwerb hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung durch das gesamte Curriculm hinweg zu stärken. („Development of a Curriculum Integrating Sustainable Development in Management Education“) 

Im zweiten Projekt, geleitet von Frau Prof. Dr. Sabine Seufert, wird ein Toolkit entwickelt, das Lehrenden einen systematisierten Zugang zu Unterrichtsressourcen bietet. Mit diesen können sie in ihren Lehrveranstaltungen Kompetenzen hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung ihrer Studierenden entwickeln. Überdies wird es dieses Toolkit im Rahmen des Faculty Developments Lehrenden ermöglichen, sich über die Ressourcen auszutauschen und diese zu ergänzen. So wird ebenfalls die Entwicklung von Expertise über das Lehren von nachhaltiger Entwicklung ermöglicht. („Educational Sustainability Toolkit for Faculty“)

2.)  Was bedeutet „nachhaltig“?

Zur inhaltlichen Dimension ist der gemeinsame Ausgangspunkt in der Literatur meist das Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung. Dieses sieht für alle Disziplinen eine möglichst gleichberechtigte und gleichzeitige Berücksichtigung von wirtschaftlichen, sozialen sowie ökologischen Zielen vor. Mit Blick auf die englischen Begrifflichkeiten kann man von den neuen „3Ps“ sprechen.Unbenannt2

Die beiden vorgestellten Projekte fokussieren darüber hinaus insbesondere Nachhaltigkeit in ihrer didaktischen Dimension. Durch die Förderung von kritischem Denken, interdisziplinärem Problemlösen und individueller Verantwortlichkeit, soll das inhaltliche Thema „Nachhaltigkeit“ auch tatsächlich nachhaltig in Lehren und Lernen implementiert werden.

3.)  Was soll bei der Gestaltung von Bildung hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung Berücksichtigung finden?

Gemeinsamer Ausgangspunkt beider Projekt ist die Entwicklung eines Verständnis über die ‒ nennen wir sie an dieser Stelle ‒ „Nachhaltigkeits-Kompetenz“ der Studierenden. Zu dieser gehört neben dem Wissen über Nachhaltigkeit auch, dass Studierende in der Zukunft ebenso nachhaltig handeln und schlussendlich eine entsprechende Einstellung entwickeln.

Prägend für beide Projekte ist die unmittelbare Entwicklung der Konzepte für bestehende und geplante Lehrveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Lehrenden. Diskussionswürdige Aspekte zum Verständnis und dessen inhaltlicher und didaktischer Umsetzung können so im Gestaltungsprozess Berücksichtigung finden und weiter präzisiert werden.

Eine zusätzliche wichtige Austauschplattform im Gestaltungsprozess wird der Sustainable University Day sein. Alle Projekte, die im Rahmen des „Sustainable Development at Universities Programme“ der Schweizer Universitätskonferenz gefördert werden, wie auch die beiden vorgestellten, sind eingeladen, sich über ihre Vorhaben zur „Education for sustainable development“ auszutauschen. Sicherlich werden wir an dieser Stelle wieder berichten.

 

 

5 Gedanken zu „Zwei Projekte – eine Herausforderung: Education for sustainable development an der Universität St.Gallen

  1. mlehner

    Liebe Patrizia,

    ein wirklich sehr interessanter Beitrag! Gefällt mir gut und ich habe nur eine Kleinigkeit sprachlicher Art:

    => Dieses Toolkit soll im Rahmen des Faculty Developments neben dem Zugriff auf auch den Austausch über und die Ergänzung von Ressourcen ermöglichen. So wird ebenfalls die Entwicklung von Expertise über das Lehren von nachhaltiger Entwicklung ermöglicht werden.

    Die beiden Sätze klingen sehr kompliziert, vielleicht könnte man diese einfacher umformulieren?

    Lieben Gruss,

    Marion

  2. tbrahm

    Liebe Patrizia,
    herzlichen Dank für deinen Beitrag! Ich finde den Start über die Word-Cloud gelungen. Aus meiner Sicht wäre es gut, wenn du deren Entstehen (über die Projektanträge) direkt im Text erwähnen würdest.
    Den Inhalt der HSG-Leitsätze würde ich entweder zitieren (z.B. dieses Sätzchen „…zur Bewältigung der Herausforderungen von Verantwortung & Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft beizutragen und deren Anforderung in alle unsere Aktivitäten zu integrieren.“), da man sonst, ohne den Link zu verfolgen, den Kontext nicht kennt.
    Die Beschreibung unseres Projekts finde ich super gelungen – ganz knapp das Wesentliche auf den Punkt gebracht!

    Wie Marion auch schon geschrieben hat, würde ich bei der 2. Projektbeschreibung den Satz „, mit denen sie in ihren Lehrveranstaltungen Kompetenzen hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung ihrer Studierenden entwickeln können.“ auf 2 Sätze aufteilen, weil es sonst nicht nachvollziehbar ist.
    Noch zwei sprachliche Kleinigkeiten
    „und schlussendlich eingestellt sind“ –> und eine entsprechende Einstellung aufweisen /entwickeln
    Vorletzter Absatz: unmittelbarer Entwicklung –> unmittelbare

    Der Ausblick am Ende ist gelungen 🙂

    Herzliche Grüsse,
    Taiga

  3. tjenert

    Hallo Patrizia,

    super dargestellt! Ich habe auch nur die sprachliche Anmerkung, dass der Stil insgesamt etwas legerer sein könnte. Im Blog würde ich einfach . die „soll“ Konstruktionen vermeiden und stattdessen selbstbewusst schreiben „wird“. Für alleAls Faustregel auch dem Journalismus gelten übrigens Sätze mit mehr als 20 Wörtern als zu lang – mach ich selbst auch ständig, aber vielleicht können wir uns ja da allgemein dran zu orientieren versuchen.

  4. pkuehner Artikelautor

    Liebe alle,

    vielen lieben Dank für eure vielen hilfreichen Hinweise. Ich habe versucht alles zu berücksichtigen und habe noch eine Grafik ergänzt.

    Lieber Gruss
    Patrizia

  5. Pingback: Volkswirtschaft: Integration von Nachhaltigkeit und Verantwortung an der Universität St.Gallen | Preview

Schreibe einen Kommentar